SIB - SCHULEN IN BEWEGUNG

Wenn rund 60 Schülerinnen und Schüler aufeinander treffen und gemeinsam innerhalb eines halben Jahres ein Stück auf die Beine stellen, wenn 13 freie und engagierte Künstler anleiten und Hilfestellung geben und sechs verschiedene Schulformen zusammen kommen, dann nennt sich das Projekt „SiB – Schulen in Bewegung“

Die Schülerinnen und Schüler sind auf sieben Gruppen verteilt: Schauspiel, Tanz und Musik auf der Bühne – Bühnenbild, Kostüm, Video sowie Multimedia & PR hinter der Bühne. Jede Gruppe wird von Künstlern und Mitarbeitern des Schauspielhauses betreut. Auch ein bis zwei Lehrer pro Schule und Gruppe sind beteiligt. Fünf Monate wird geprobt, anfänglich einmal pro Woche, dann zunehmend mehr: Insgesamt arbeiten an Schulen in Bewegung fast 100 Menschen ungefähr 160 Stunden (davon über 30 Stunden auf der Bühne der Kammerspiele)

Doch viel entscheidender ist, was in dieser Zeit mit den Teilnehmern passiert. Das beginnt schon am Anfang bei der Zusammensetzung der Gruppen. Es kommt nicht auf Alter, Herkunft oder Schulnoten an, sondern nur auf Talent und Einsatzbereitschaft. So entstehen in jeder Hinsicht bunt durchmischte Gruppen, in denen Gymnasiasten, Förderschüler und alle anderen gemeinsam proben und arbeiten. Vorurteile werden hinterfragt und verschwinden während der Probenzeit; man schließt Freundschaften, die auch über das Projekt hinaus Bestand haben, mit Menschen, denen man sonst wohl nicht einmal begegnet wäre. So setzt SIB etwas in Bewegung – auch noch lange nach der Probenzeit und den Vorstellungen.

Die Teilnehmer lernen ihre eigene Kreativität kennen und entdecken in sich selbst – und anderen – ungeahnte Talente und Interessen. Es wird zusammen hart gearbeitet, riskiert, ausprobiert und manchmal auch viel gelacht. Die Teilnehmer finden neues Selbstvertrauen: kulturelle Bildung im besten Sinne. Diese einzigartige Erfahrung führt zu einem ganz besonderen Ziel: zu einem gemeinsamen Stück, das vor 400 Zuschauern aufgeführt wird, auf der Bühne, auf der sonst das Ensemble des Schauspielhauses arbeitet. Hier muss zur Premiere alles stimmen, jeder Handgriff und jede Bewegung sitzen – Teamwork ist notwendig! Nur dann kann am Ende etwas entstehen was größer ist als die Summe seiner Einzelteile. Schließlich sitzen im Publikum auch die eigenen Eltern und Verwandten, Freunde und Mitschüler.

Und das ist dann Theater pur: Im Zuschauerraum geht das Licht aus, auf der Bühne wird es hell und es kann losgehen!Seit vielen Jahren beweist das Großprojekt, dass jeder kann, der auch will. Es mag sicher nicht einfach sein, ein komplettes Stück auf die Bühne zu stellen, aber gemeinsam ist es zu schaffen. So folgt in diesem Jahr mit „Der mechanische Prinz“ ein neues Kapitel in der immer wieder spannenden Geschichte von „Schulen in Bewegung“.

VORSTELLUNGEN
Premiere 8. Juni 2016, 19.30 Uhr in den Kammerspielen

Weitere Vorstellungen
9. Juni, 10:00 Uhr
10. Juni, 19:00 Uhr
13. Juni, 19:30 Uhr
14. Juni, 10:00 Uhr
24. Juni, 11:00 Uhr
28. Juni, 11:00 Uhr

TICKETS

DER MECHANISCHE PRINZ

Max ist allen egal. Niemand interessiert sich für ihn. Auch nicht seine Eltern, denn die sind viel zu sehr damit beschäftigt sich zu streiten. Eines Morgens erhält Max in der U-Bahn von einer einarmigen Bettlerin ein goldenes Ticket. Zuerst weiß er nicht, was er damit anfangen soll. Doch dann passiert das Unglaubliche. Max gelangt in eine Parallelwelt, bestehend aus verschiedenen ‚Refugien‘, zu denen nur auserwählte Kinder Zutritt haben: Kinder, deren Alltag von Vernachlässigung, Traurigkeit und Wut geprägt ist. Hier begegnet Max zum ersten Mal in seinem Leben Menschen, denen er wichtig ist. Aber bald muss Max erfahren, dass der Weg durch diese Welt kein leichter ist, denn um sie zu durchqueren, muss er sich seinen schlimmsten Ängsten stellen und steht schließlich dem mechanischen Prinzen gegenüber, der als alleiniger Herrscher über die Refugien wacht. Von diesem erfährt er, dass er sein Herz verloren hat und erhält die Aufgabe, es zurückzuerobern. Max bleibt keine andere Wahl, als die Herausforderung anzunehmen. Gemeinsam mit seinem einzigen Freund Jan und einem Rucksack voller Herzfinster – magischer Objekte, die Max helfen, gegen seine Ängste zu kämpfen – macht er sich auf den Weg. Dabei muss er erkennen, dass sein größter Feind nicht der mechanische Prinz ist. Die Gefahren lauern an ganz anderen Stellen.

Andreas Steinhöfel, einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller für Kinder- und Jugendliteratur („Die Mitte der Welt“), hat mit „Der mechanische Prinz“ einen modernen Fantasy-Roman geschrieben, der phantastische Elemente mit unserer Realität verknüpft. „Der mechanische Prinz“ erzählt die Geschichte eines Jungens, der sich mit seinen Ängsten und Verletzungen auseinandersetzen muss und nicht zulässt, dass das Schlechte, das ihm wiederfährt, ihn selbst zu einem schlechten Menschen macht. So wird Max‘ Suche nach seinem Herzen zur Suche nach der eigenen Identität.